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So bereitet sich die Verpackungsbranche auf die PPWR vor

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So bereitet sich die Verpackungsbranche auf die PPWR vor

Die europäische PPWR-Verordnung zwingt die Lieferkette zum Handeln

Die europäische Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) steht kurz vor ihrem endgültigen Inkrafttreten und wird die Verpackungsindustrie grundlegend verändern. Diese Verordnung ersetzt die derzeitige Richtlinie und legt ehrgeizige, verbindliche Ziele für alle EU-Mitgliedstaaten fest. Das Ziel ist klar: die Menge an Verpackungsabfällen deutlich zu reduzieren und den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen. Für Unternehmen in der Verpackungskette ist es unerlässlich, nicht abzuwarten, sondern bereits jetzt strategische Entscheidungen zu treffen.

Kennzahlen: die neuen Reduktions- und Recyclingziele

Die PPWR führt strenge, quantitative Ziele ein, die die gesamte Branche betreffen. Der Schwerpunkt liegt auf Abfallvermeidung und hochwertigem Recycling.
  • Abfallreduzierung: Im Vergleich zu 2018 muss die Menge an Verpackungsabfällen pro Mitgliedstaat bis 2030 um 5 %, bis 2035 um 10 % und bis 2040 um 15 % gesenkt werden.
  • Design for Recycling: Ab 2030 müssen 95 % aller in Verkehr gebrachten Verpackungen nachweislich gut recycelbar sein. Im Jahr 2035 werden es 100 % sein. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Materialauswahl, Materialkombinationen sowie den Einsatz von Druckfarben und Additiven.
  • Minimierung: Verpackungen müssen auf das für ihre Funktion unbedingt Notwendige reduziert werden, wodurch unnötige Hohlräume oder Doppelwände entfallen.
Diese Ziele erfordern, dass Hersteller und Verpackungsunternehmen ihr gesamtes Portfolio überarbeiten. Bestehende Verpackungskonzepte, die die Anforderungen an die Recyclingfähigkeit nicht erfüllen, müssen überarbeitet werden. Dies schafft einen unmittelbaren Innovationsbedarf sowohl in der Materialtechnologie als auch im Verpackungsdesign.

Fokus auf recycelte Inhaltsstoffe und verbotene Stoffe

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der PPWR ist die Verpflichtung zur Verwendung von recyceltem Material, insbesondere bei Kunststoffverpackungen. Für verschiedene Produktkategorien werden spezifische Mindestanteile an Post-Consumer-Recyclat (PCR) festgelegt. Dies fördert die Nachfrage nach hochwertigem Recyclat und erfordert Investitionen in die Sortier- und Recyclinginfrastruktur. Gleichzeitig werden sogenannte „substances of concern“ (besorgniserregende Stoffe) eingeschränkt, um die Recyclingströme zu reinigen und die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten. Unternehmen müssen die chemische Zusammensetzung ihrer Materialien genau erfassen. Die vorgeschriebene Verwendung von Rezyklat hat erhebliche Auswirkungen auf die Lieferkette. Die Verfügbarkeit und Qualität von PCR-Granulat wird zu einem entscheidenden Faktor. Die Zusammenarbeit zwischen Verpackungsherstellern, Recyclingunternehmen und Markeninhabern ist entscheidend, um eine stabile Versorgung zu gewährleisten.

Digitale Transparenz: Die Einführung des Produktpasses

Um die Einhaltung aller Vorschriften überprüfen zu können und die Transparenz in der Lieferkette zu fördern, wird der Digital Product Passport (DPP) voraussichtlich um das Jahr 2030 herum verbindlich vorgeschrieben. Dieser Pass, der häufig über einen QR-Code oder einen anderen Datenträger verknüpft ist, enthält detaillierte Informationen zur Verpackung: von der Materialzusammensetzung und Herkunft bis hin zu Anweisungen für das Recycling. Das Erfassen und Verwalten dieser Daten wird zu einer neuen, entscheidenden Unternehmensaufgabe. Dies erfordert einen strukturierten Ansatz bei der Datenerfassung, nicht nur intern, sondern auch bei den Zulieferern.

Praktische Schritte für Ihr Unternehmen

Obwohl der endgültige Wortlaut noch festgelegt werden muss, sind die Grundzüge der PPWR klar. Unternehmen können bereits jetzt proaktiv handeln:
  • Analysieren Sie Ihr Portfolio: Ermitteln Sie, welche Ihrer aktuellen Verpackungen unter der neuen Gesetzgebung gefährdet sind. Konzentrieren Sie sich auf Recyclingfähigkeit, Materialverbrauch und unnötiges Volumen.
  • Beginnen Sie mit der Datenerfassung: Beginnen Sie mit der Erfassung detaillierter Informationen zu Ihren Verpackungen als Vorbereitung auf das DPP. Wissen Sie genau, welche Polymere, Additive und Druckfarben verwendet werden?
  • Optimieren Sie im Hinblick auf das Recycling: Bewerten Sie Ihre Verpackungsdesigns anhand der „Design for Recycling“-Richtlinien. Organisationen wie das Kennisinstituut Duurzaam Verpakken (KIDV) bieten hierfür Tools und Fachwissen an.
  • Treten Sie in den Dialog mit Partnern in der Lieferkette: Sprechen Sie mit Ihren Material- und Maschinenlieferanten über die bevorstehenden Anforderungen. Erörtern Sie Möglichkeiten für Innovationen und die Verfügbarkeit von recycelten Materialien.
Die PPWR ist mehr als nur ein Regelwerk; sie ist ein Katalysator für Innovation. Unternehmen, die jetzt in Wissen, Daten und nachhaltiges Design investieren, sichern sich eine zukunftssichere Position auf dem europäischen Markt. Quelle: VMT – https://www.vmt.nl/76219/ppwr-wetgeving-deze-stappen-kunnen-organisaties-al-nemen

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