„Digital Link“ und das Umwelt-Omnibus-Paket (COM(2025) 980)

Digital Link und EU-Rechtsvorschriften verändern die Verpackungsbranche. Erfahren Sie, was PPWR und die Digitalisierung für Hersteller in den Niederlanden und Belgien bedeuten.
Was bedeutet das für Hersteller in den Niederlanden und Belgien?
Die Europäische Union führt in raschem Tempo Rechtsvorschriften ein, die die Art und Weise verändern, wie Unternehmen verpacken, kennzeichnen und kommunizieren. Eine Entwicklung sticht dabei besonders hervor: der Aufstieg von GS1 Digital Link (beispielsweise über einen QR-Code) als praktische Möglichkeit, immer mehr vorgeschriebene Produkt- und Verpackungsinformationen digital verfügbar zu machen.
Gleichzeitig hat die Europäische Kommission das „Environmental Omnibus Package“ (COM(2025) 980) vorgestellt. Dieses Paket zielt vor allem darauf ab, den Verwaltungsaufwand im Rahmen der Umweltgesetzgebung zu vereinfachen und Vorschriften intelligenter umsetzbar zu machen. Es handelt sich nicht um ein Gesetz, das Barcodes vorschreibt, aber es steht im Einklang mit dem allgemeinen Trend zur Digitalisierung und zu einer effizienteren Einhaltung von Vorschriften.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- welche EU-Initiativen zusammen den neuen Rahmen für Verpackungen bilden
- was das „Environmental Omnibus Package“ genau bewirkt
- warum GS1 Digital Link immer relevanter wird
- was dies konkret für Hersteller in den Niederlanden und Belgien bedeutet
Die EU-Initiativen, die Verpackungen und Produktinformationen verändern
Europa arbeitet über mehrere parallele Initiativen an Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Transparenz. Zusammen sorgen sie für einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise, wie Produktinformationen bereitgestellt werden.
1) PPWR – Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung
Die Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) ersetzt die derzeitige Verpackungsrichtlinie. Die Verordnung ist bereits in Kraft und wird ab dem 12. August 2026 umfassend gelten.
Die PPWR zielt unter anderem darauf ab:
- weniger (unnötige) Verpackungen
- höhere Anforderungen an die Recyclingfähigkeit
- Einschränkung von Leerraum in Verpackungen
- klare und einheitliche Verbraucher- und Sortierinformationen
- einem erhöhten Bedarf an digital zugänglichen Verpackungsdaten
2) ESPR – Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte
Die ESPR bildet die Grundlage für nachhaltiges Produktdesign in Europa. Im Rahmen dieser Verordnung wird auch der Digital Product Passport (DPP) eingeführt.
Wichtige Grundsätze:
- Transparenz hinsichtlich Materialverbrauch und Produktaufbau
- Einblick in Herkunft, Lebensdauer und Kreislauftauglichkeit
- schrittweise Einführung nach Produktgruppen
3) Umweltbezogene Angaben (Richtlinie in Entwicklung)
Die Europäische Kommission arbeitet an strengeren Vorschriften zur Bekämpfung von Greenwashing. Auch wenn die genaue Ausgestaltung politisch noch in der Schwebe ist, ist die Richtung klar: Nachhaltigkeitsaussagen müssen nachweisbar und überprüfbar sein.
Für Unternehmen bedeutet dies, dass einzelne Marketingaussagen ohne Beleg immer riskanter werden.
4) Digital Product Passport (DPP)
Der Digital Product Passport wird zur digitalen Identität von Produkten. Je nach Produktkategorie enthält er Informationen für Partner in der Lieferkette, Aufsichtsbehörden und Verbraucher.
Dazu gehören beispielsweise:
- Material- und Rezyklat-Informationen
- Rückverfolgbarkeit und Herkunft
- Reparatur- und Lebensdauerdaten
- Informationen zur Wiederverwendung und zum Recycling
Was bewirkt das Umwelt-Omnibus-Paket (COM(2025) 980)?
Das Umwelt-Omnibus-Paket ist keine neue Verordnung, sondern ein Maßnahmenpaket, mit dem die Europäische Kommission die bestehenden Umweltvorschriften einfacher, einheitlicher und weniger bürokratisch gestalten will.
Der Schwerpunkt liegt auf:
- Vereinfachung der Berichtspflichten
- schnellere Verfahren bei Umweltverträglichkeitsprüfungen
- bessere Umsetzbarkeit für Unternehmen
Obwohl das Paket keine bestimmte Technologie vorschreibt, fördert es doch Lösungen, die einen effizienten, digitalen Informationsaustausch gewährleisten.
Warum GS1 Digital Link immer wichtiger wird
Die Menge an vorgeschriebenen Produktinformationen wächst, während der physische Platz auf Verpackungen begrenzt bleibt. GS1 Digital Link bietet hierfür eine praktische Lösung: einen einzigen scanbaren Code, der auf aktuelle Online-Produktinformationen verweist.
Mit einem einzigen QR-Code kannst du beispielsweise Folgendes bereitstellen:
- Sortier- und Verpackungsanweisungen
- Material- und Herkunftsangaben
- Nachweise für Nachhaltigkeitsaussagen
- Produktinformationen nach Land oder Sprache
Die Informationen können angepasst werden, ohne dass die Verpackung neu gedruckt werden muss.
Was bedeutet das für Unternehmen in den Niederlanden und Belgien?
1) QR-Codes werden immer üblicher
Einzelhändler, Lieferkettenpartner und die Gesetzgebung bewegen sich in Richtung digitaler Produktinformationen. QR-Codes werden damit immer häufiger zur Norm.
2) Zentrale Produktdaten werden entscheidend
Die eigentliche Herausforderung liegt nicht im Code selbst, sondern in der Verwaltung zuverlässiger, aktueller Produktdaten.
3) Produktionslinien müssen vorbereitet sein
Stellen Sie sicher, dass Drucker und Prüfsysteme für einheitliche QR-Codes mit ausreichender Lesbarkeit geeignet sind.
4) Angaben müssen belegbar sein
Nachhaltigkeitsaussagen müssen auf Daten, Zertifizierungen und nachweisbaren Belegen basieren.
5) Vorsprung für diejenigen, die jetzt anfangen
Unternehmen, die jetzt in digitale Produktinformationen investieren, vermeiden Zeitdruck im Hinblick auf das Jahr 2026 und bauen eine zukunftssichere Lieferkette auf.
Checkliste: Sind Sie bereit?
- Ist Ihre Verpackung bereit für einen QR-Code?
- Sind Ihre Produkt- und Materialdaten zentral verfügbar?
- Können Sie Informationen je nach Markt oder Sprache anpassen?
- Sind Ihre Angaben belegt und nachvollziehbar?
Fazit
Mit der Einführung des PPWR, des ESPR und des Digital Product Passport werden digitale Produktinformationen zu einer Grundvoraussetzung. Das Environmental Omnibus Package unterstreicht, dass Europa auf eine intelligente Umsetzung und weniger Verwaltungsaufwand setzt.
Hersteller in den Niederlanden und Belgien, die bereits jetzt Schritte in Richtung strukturierter Produktdaten und digitaler Bereitstellung unternehmen, sind besser auf die Gesetzgebung von morgen vorbereitet.
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