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Das Schweizer Start-up Oceanien führt Verpackungen aus Seetang ein

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Das Schweizer Start-up Oceanien führt Verpackungen aus Seetang ein

Neue biobasierte Folie aus der Schweiz

Das Schweizer Start-up Oceanien hat ein innovatives Verpackungsmaterial auf Algenbasis entwickelt. Dieses Material, das als Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen konzipiert wurde, ist nicht nur zu Hause kompostierbar, sondern auch essbar und in einer Meeresumgebung vollständig abbaubar. Das von Robert Violette und Julia Wysocka gegründete Unternehmen zielt damit auf die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungslösungen im Lebensmittel- und Non-Food-Bereich ab. Die Grundlage für die Folie bilden Rotalgen und Braunalgen. Dieser Rohstoff wurde aufgrund seines schnellen Wachstums und der minimalen Auswirkungen auf die Landnutzung und Süßwasserressourcen ausgewählt. Oceanien bezieht seine Algen von zertifizierten europäischen Lieferanten, was die Nachhaltigkeit der Lieferkette gewährleisten soll.

Materialeigenschaften und Anwendungsbereiche

Die Algenfolie von Oceanien verfügt über eine Reihe von funktionalen Eigenschaften, die für die Verpackungsindustrie relevant sind. Die wichtigsten Merkmale sind:
  • Zu Hause kompostierbar: Das Material zersetzt sich innerhalb von 4 bis 6 Wochen vollständig in einer Kompostumgebung zu Hause, ohne Mikroplastik zurückzulassen.
  • Im Meer abbaubar: Sollte die Verpackung unerwartet in die Umwelt gelangen, zersetzt sie sich auch im Meer.
  • Sauerstoffbarriere: Die Folie bietet eine gute Barriere gegen Sauerstoff, was die Haltbarkeit sauerstoffempfindlicher Produkte verlängern kann.
  • Fettbeständig: Das Material ist von Natur aus resistent gegen Fett und Öl.
  • Wasserlöslich: Eine entscheidende Eigenschaft ist die Wasserlöslichkeit. Dadurch ist die Folie zwar für flüssige oder sehr feuchte Produkte ungeeignet, bietet jedoch Möglichkeiten für Produkte, bei denen sich die Verpackung auflösen darf.
Aufgrund dieser Eigenschaften eignet sich die Folie insbesondere für die Verpackung von trockenen Lebensmitteln wie Nudeln, Reis, Kaffee, Getreide und pulverförmigen Produkten. Darüber hinaus sieht Oceanien Potenzial in Non-Food-Segmenten, beispielsweise für Beutel mit Waschpulver oder Kosmetika. Sie kann auch als Sekundärverpackung dienen, wie zum Beispiel als löslicher Beutel für Suppenmischungen in einem Karton.

Produktion, Skalierbarkeit und Marktpotenzial

Für Verpackungshersteller und Markeninhaber ist die Skalierbarkeit eines neuen Materials ein entscheidender Faktor. Laut Oceanien ist der Produktionsprozess relativ einfach und lässt sich auf industrielle Mengen hochskalieren. Das Start-up arbeitet derzeit mit verschiedenen Pilotpartnern zusammen, um die Technologie zu validieren und die Produktion weiter zu optimieren. Die Wasserlöslichkeit ist zwar eine deutliche Einschränkung, gleichzeitig aber auch eine einzigartige Eigenschaft, die neue Verpackungskonzepte ermöglicht. Für den B2B-Markt bietet dieses Material eine konkrete Lösung, um strengere Nachhaltigkeitsanforderungen zu erfüllen und dem Wunsch der Verbraucher nach einer Reduzierung von Kunststoff nachzukommen. Die vollständige Abbaubarkeit ohne Restverschmutzung ist ein starkes Argument angesichts von Rechtsvorschriften wie der Richtlinie über Einwegkunststoffe (SUPD) und der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD). Langfristig hat Oceanien das Ziel, preislich mit herkömmlichen Kunststoffen konkurrieren zu können. Der Fokus liegt nun darauf, die technische Machbarkeit nachzuweisen und die richtigen Marktanwendungen zu finden, in denen die einzigartigen Eigenschaften des Seetangmaterials den größten Mehrwert bieten. Quelle: EVMI – https://evmi.nl/nieuws/zwitserse-startup-lanceert-verpakking-van-zeewier

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