Interpack

Die Verpackungsindustrie setzt auf Nachhaltigkeit und Automatisierung
Die jüngste Ausgabe der Interpack-Messe hat die beiden wichtigsten Triebkräfte der heutigen Verpackungsindustrie deutlich unterstrichen: den unverkennbaren Wandel hin zu nachhaltigen Materialien und das anhaltende Streben nach weitreichender Automatisierung. Hersteller von Verpackungsmaschinen und -materialien präsentierten zahlreiche Innovationen, die diesen Trends Rechnung tragen – von Maschinen zur Verarbeitung von Papier bis hin zu vollständig integrierten Produktionslinien.
Der Vormarsch von Papier und Karton in Verpackungsmaschinen
Der Übergang von Kunststoff zu Papier und Karton ist eine der sichtbarsten Entwicklungen. Dies erfordert jedoch erhebliche Anpassungen an Maschinenparks, die ursprünglich für flexible Kunststoffe konzipiert wurden. Verschiedene Maschinenbauer stellten ihre Lösungen für diese Herausforderung vor.
JASA demonstrierte beispielsweise die Technologien Paper-Vento® und Bag-2-Paper, die es ermöglichen, Papierverpackungen mit hoher Geschwindigkeit auf vertikalen Verpackungsmaschinen herzustellen. Das technische Know-how, Papier – ein von Natur aus steiferes Material – geschmeidig zu verarbeiten, ist dabei entscheidend.
Auch Ulma Packaging setzte stark auf die Papierverarbeitung. Das Unternehmen präsentierte den Tigre-Flowpacker und die vertikale Form-, Füll- und Verschließmaschine Sienna, die beide für den Einsatz von Papier optimiert sind. Darüber hinaus zeigte es die Systeme Leaf und Universal für die Verarbeitung von Papierschalen, was die Vielseitigkeit seines Portfolios für nachhaltige Materialien verdeutlicht.
Flexibilität und Effizienz beim Tray-Versiegeln und Wiegen
Im Segment der Traysealer ist die Materialflexibilität zu einem Schlüsselfaktor geworden. Proseal, ein Unternehmen von JBT, zeigte, wie ihre Maschinen mühelos zwischen verschiedenen Materialien wie Kartontrays, rPET und PP umschalten können. Der Schwerpunkt liegt auf hoher Kapazität und schnellen Umrüstzeiten, wodurch Hersteller flexibel auf sich ändernde Marktanforderungen und die Materialverfügbarkeit reagieren können.
Diese Flexibilität wird durch Präzision in den vorangehenden Prozessschritten unterstützt. Wiegespezialisten wie Ishida und Multipond präsentierten ihre neueste Generation von Mehrkopfwaagen. Ishida positioniert sich zunehmend als Anbieter von Komplettlösungen, indem das Unternehmen Wiegesysteme mit Inspektionstechnologie (wie Röntgen) und eigenen Schalenversiegelungsmaschinen integriert. Multipond hebt sich weiterhin durch die hohe Genauigkeit und das hygienische Design seiner Waagen ab, was in der Lebensmittelindustrie von entscheidender Bedeutung ist.
Innovationen bei der Haltbarkeit und der End-of-Line-Automatisierung
Eine bemerkenswerte technologische Innovation kam von Hefestus mit seiner SLB-Technologie (Shelf Life Booster). Dieses System ermöglicht es, die Haltbarkeit von Produkten zu verlängern, ohne auf Begasung (MAP) zurückzugreifen. Diese Technik kann die Komplexität und die Kosten des Verpackungsprozesses erheblich reduzieren und bietet neue Möglichkeiten zur Optimierung der Lieferkette.
Am Ende der Produktionslinie bleibt die Automatisierung der Standard. Lantech präsentierte Lösungen für die letzten Schritte im Verpackungsprozess mit fortschrittlichen Kartonaufstellern und Seallinern. Diese Systeme sind für die Schaffung eines effizienten und zuverlässigen Logistikflusses unverzichtbar, insbesondere in Zeiten anhaltenden Arbeitskräftemangels.
Die Rolle des Komplettanbieters
Zwischen den Maschinenbauern und den Materialinnovationen positionieren sich Komplettanbieter wie Van der Windt Verpakking, ein Unternehmen der Paardekooper-Gruppe. Sie präsentierten eine breite Palette an Verpackungskonzepten und -materialien, mit denen sie die Brücke zwischen den technischen Möglichkeiten der Maschinen und den konkreten Verpackungsanforderungen der Hersteller schlagen. Ihre Präsenz unterstreicht die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes, bei dem Maschine, Material und Produkt perfekt aufeinander abgestimmt sind.
Die Entwicklungen auf der Interpack zeigen, dass die Verpackungsbranche in voller Bewegung ist. Investitionen in Technologien, die sowohl Nachhaltigkeit als auch Effizienz fördern, sind nicht länger eine Option, sondern eine Voraussetzung für den zukünftigen Erfolg.
Quelle: AGF.nl – https://www.agf.nl/article/9805436/duurzame-verpakkingen-en-slimme-oplossingen-voor-lijnbesturing/
Weiterlesen
Verwandte Beiträge
PPWR und Batteriesicherheit stehen bei PackConnect im Mittelpunkt
Auf der PackConnect stehen in diesem Jahr die bevorstehende Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR) sowie die Batteriesicherheit ganz oben auf der Tagesordnung. Fachleute aus der Verpackungsbranche kommen zusammen, um die Auswirkungen der neuen europäischen Vorschriften zu erörtern. Die Veranstaltung bietet eine Plattform für den Wissensaustausch und die strategische Vorbereitung.

Warum der größte Gewinn oft nicht in einer Maschine steckt
Die größten Produktivitätssteigerungen lassen sich selten mit einer einzelnen Maschine erzielen, sondern vielmehr durch die Verbindung zwischen den einzelnen Maschinen. Deshalb betrachten Unternehmen zunehmend den Gesamtprozess und nicht mehr nur einzelne Anlagen.

Niederländische Forscher stellen mithilfe der Spinntechnologie Biokunststoff aus Mais her
Niederländische Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Biokunststoff aus Mais mithilfe der Spinntechnologie herstellen lässt. Dieser Ansatz könnte eine nachhaltige Alternative zu Kunststoffen auf Basis fossiler Brennstoffe bieten. Für Verpackungshersteller, die nach biologisch abbaubaren Materialien suchen, ist dies eine wichtige Entwicklung.